Mystik und Spiritualität

Heinz Rickli:

Mystik und Spiritualität

Eine Fibel für Einsteiger.

Leseprobe

Aus Kapitel 5: «Die Praxis im Alltag»

5.1 Unsere Lehrmeister

Einen ersten Kontakt mit den Ebenen und Welten hinter der sichtbaren dreidimensionalen Welt erhalten viele Menschen entweder durch Bücher oder Zeitschriften, durch das Internet oder durch andere Massenmedien. Es sind indes vor allem drei wichtige Lehrmeister, die uns die Tore zur mystischen und spirituellen Welt nachhaltig öffnen und praktische Erfahrungen ermöglichen:

• Spirituelle Lehrer und Meister: Sie begleiten und unterstützen uns auf unserem persönlichen Entwicklungsweg. Häufig erreicht uns ihr Wissen über Geschichten, Parabeln oder Märchen. Ein wundervolles Beispiel dafür sind die Parabeln von Jesus.

• Die Natur ist ein großartiger Lehrer. Durch aufmerksames Beobachten der Natur erfahren und erleben wir Botschaften der kosmischen Weisheiten.

• Unser eigenes Leben ist der vertrauteste Lehrmeister, der immer an unserer Seite steht. Täglich machen wir Erfahrungen und können, wenn wir bewußt und achtsam sind, daraus lernen und wachsen.


«Glaube nichts, nur weil die Weisen es behaupten.Glaube nichts, nur weil es immer schon so war.Glaube nichts, nur weil es andere glauben.Prüfe und erfahre alles selbst».
(Buddha)

«Die Größe und unendliche Weisheit des Weltenschöpfers wird nur derjenige erkennen, der sich bemüht, aus dem gewaltigen Buche der Schöpfung, das wir Natur nennen, seine Gedanken herauszulesen.»
(Justus von Liebig)



5.2 Agieren statt reagieren

Für die Begriffe «Esoterik» und «Spiritualität» findet man in der zeitgenössischen Fachliteratur unterschiedliche Definitionen, die auch zu verschiedensten Zwecken mißbraucht werden können. Um Mißverständnisse zu vermeiden, ist mir hier eine klare und eindeutige Definition wichtig.

Unter Esoterik verstehe ich ein metaphysisches Grundwissen, das als theoretisches Fundament dient. Die Spiritualität baut auf diesem Grundwissen auf und wendet dieses im Alltag bewußt an. Spiritualität ist somit erlebtes und erfahrenes Wissen und kann den Menschen, auch durch mystische Erfahrungen, schließlich vom Wissen zu Weisheit führen. Ich finde, es ist zu schade, nur im theoretischen, ungelebten esoterischen Wissen zu verharren. Betrachten wir das Leben als Schule, in der wir jeden Tag etwas dazulernen können, so bietet sich unser Alltag in idealer Art und Weise als Übungsfeld für eine gelebte Spiritualität an.

Für die praktische Umsetzung angelesenen und gelernten Wissens gab und gibt es durch alle Kulturen und Zeitalter hindurch eine Anzahl einfach anwendbarer und gleichzeitig sehr wirkungsvoller Methoden, die jedem Menschen unmittelbar zur Verfügung stehen. Ein erster Grundsatz mag banal und selbstverständlich klingen: Agieren statt reagieren.

Das heißt: Achten Sie darauf, in welchen Momenten und Situationen Sie wirklich unbeeinflußt und selbständig handeln und wo Sie fremdbestimmt sind. Der moderne Alltag stellt für den spirituell orientierten Menschen zunehmend eine größere Herausforderung dar. Radio, Fernsehen, Presse, Werbung, das Internet, kulturelle, sportliche und politische Veranstaltungen berieseln uns beständig und lenken uns ab, ob wir dies nun bewußt wahrnehmen oder nicht. Ist unser Verhalten gegenüber dieser Flut passiv und unaufmerksam, so verschwenden wir für Unbedeutendes wertvolle Zeit, anstatt diese für ein bewußtes, aktives Handeln zu nutzen.


«Ungenutztes Wissen ist Ballast.»
(Hermes Trismegistos)

«Wenn das Feuer nicht geschürt wird, kann das Essen nicht gar werden.»
(aus der Mongolei)

«Die Menschen lassen sich in drei Klassen einteilen: Diejenigen, die unbeweglich sind; diejenigen, die beweglich sind, und diejenigen, die sich bewegen.»
(aus Arabien)

«Wenn dir das Schicksal eine Zitrone reicht, mach Limonade daraus.»
(Quelle unbekannt)