Anastasia, Band 2 • Die klingenden Zedern Russlands (gebunden)

Wladimir Megre:

Anastasia, Band 2 • Die klingenden Zedern Russlands (gebunden)

Band 2 der Anastasia-Reihe.

Leseprobe

Krankheiten: Hauptursachen und Heilungswege

Leseprobe aus Kapitel 4 (S. 29-31):

Anastasia: «Mir war klar, dass eine physische Krankheit nichts ist im Vergleich zu seelischen Qualen, aber damals war ich noch außerstande, die Seele zu heilen. Ich wollte herausfinden, ob so etwas möglich ist, und wenn ja, wie man das tun kann. Jetzt weiß ich: Es ist möglich!

Und noch etwas erkannte ich: Physische Erkrankungen entstehen beim Menschen nicht nur durch die Trennung von der Natur und die dunklen Gefühle, die er in sich aufkommen lässt. Krankheiten können nämlich auch als Warnzeichen dienen oder den Menschen sogar vor großen Qualen bewahren. Die Krankheit ist eine der Arten, wie der Kosmische Geist – Gott – mit dem Menschen kommuniziert. Der Schmerz eines Menschen ist auch Sein Schmerz. Wie sonst sollte Er sich dir mitteilen? Wenn Er dir zum Beispiel sagen will: ‹Stopf dir den Magen nicht mit all dem Abfall voll!›, so hilft es nichts, an deinen Verstand zu appellieren. Deshalb wirst du halt durch Schmerzen wach gerufen. Du aber schluckst einfach Schmerztabletten und bleibst stur deinen alten Wegen treu.»

Wladimir Megre: «Willst du damit sagen, man sollte nicht versuchen, kranke Menschen zu heilen? Sollte man ihnen nicht helfen?»

«Helfen schon, doch die Hilfe sollte in erster Linie darin bestehen, die Ursachen der Krankheit zu erkennen. Man sollte den Menschen helfen zu verstehen, was der Große Göttliche Geist ihnen mitteilen will. Aber das ist nicht leicht, und man kann sich dabei auch täuschen. Denn der Schmerz ist wie ein vertrauliches Gespräch zweier Personen, die einander gut kennen. Die Einmischung eines Dritten hilft da nicht, im Gegenteil, oft schadet sie sogar dem betreffenden Menschen.»

«Wieso hast du denn meine Erkrankungen ausgetrieben? Hast du mir damit am Ende etwa geschadet?»

«All deine Krankheiten werden zu dir zurückkommen, wenn du deine Lebensweise und die Beziehung zu deinen Mitmenschen und deiner Umwelt nicht änderst. Du musst einige deiner Gewohnheiten aufgeben, denn gerade sie waren ja die Ursachen deiner Krankheiten. Deiner Seele habe ich keinen Schaden zugefügt.»

Mir wurde klar: Es war unmöglich, Anastasia dazu zu bringen, mit ihren heilerischen Fähigkeiten Geld zu verdienen, es sei denn, sie selbst wäre davon überzeugt. Mein geschäftlicher Plan war jedenfalls gescheitert. Anastasia bemerkte wohl meinen Verdruss darüber und sagte: «Sei nicht traurig, Wladimir. Wenn du wirklich den Menschen und dir selbst helfen willst und nicht bloß am Geld interessiert bist, werde ich dir verraten, wie man sich selbst von vielen Krankheiten befreien kann – ohne die unerwünschten Folgen, mit denen man bei der Einmischung von Unbefugten in das Schicksal eines Menschen rechnen muss. Falls du dir das anhören möchtest …»

«Was bleibt mir anderes übrig? Du lässt dich ja doch nicht umstimmen. Also gut, dann erzähl mal!»

«Es gibt da ein paar Hauptursachen für das Erkranken des menschlichen Körpers: negative Gefühle und Emotionen, eine unnatürliche Ernährungsweise – auch die Art und Zusammensetzung der Nahrung spielt dabei eine wichtige Rolle –, das Fehlen von Nah- und Fernzielen sowie falsche Vorstellungen von sich selbst und der eigenen Bestimmung. Was den physischen Krankheiten entgegenwirkt, sind positive Gefühle, viele Pflanzen und das rechte Verständnis von sich selbst und der eigenen Bestimmung. All diese Dinge können sowohl in physischer als auch in seelischer Hinsicht Enormes bewirken.

Ich habe dir bereits gesagt, wie man in eurer Welt den verloren gegangenen Kontakt zu den Pflanzen wiederherstellen kann. Durch den persönlichen und unmittelbaren Kontakt mit den Pflanzen wird jede weitere Erkenntnis leichter.

Außerdem kann man mit dem Strahl der Liebe viele Krankheiten seiner Nächsten heilen und sogar ihr Leben verlängern, indem man um sie herum eine Atmosphäre der Liebe schafft.»

Das Wesentliche

Leseprobe aus Kapitel 22 (S. 142-143):

Anastasia: «Entscheidend ist, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.»

Wladimir Megre: «Und was ist das Wesentliche?»

«Das, was jedem Menschen innewohnt.»

«Aber wie kann irgendjemand die Lehren der Weisen des Westens oder des Ostens, Indiens oder Tibets kennen, wenn er nie davon gehört hat?»

«Im Menschen, Wladimir, in jedem Menschen sind von Anfang an alle notwendigen Informationen vorhanden. Gleich bei seiner Geburt werden sie ihm gegeben, so wie Arme und Beine, Herz und Haar. Alle Lehren dieser Welt, alle Entdeckungen entstammen einzig und allein dieser Quelle. So wie Eltern bestrebt sind, ihrem Kind alles zu geben, so stattet auch der Große Schöpfer jeden von Beginn an mit allem aus. Nichts Menschengemachtes – auch keine noch so große Menge von Büchern oder die modernsten oder auch zukünftige Computer – kann auch nur den Bruchteil der Informationen enthalten, die in einem Menschen vorhanden sind. Man muss sie nur zu nutzen wissen.»

«Warum macht dann nicht jeder Erfindungen? Warum schreibt nicht jeder seine eigene Lehre?»

«Jemand ergattert aus dem gesamten Ausmaß an Informationen ein Körnchen Wahrheit. Begeistert erzählt er aller Welt davon, in dem Glauben, nur ihm sei dieses Wissen zuteil geworden und es enthalte die Essenz aller Wahrheit. Er versucht die anderen Menschen davon zu überzeugen, dass seine Wahrheit die einzig wahre sei. So verschließt er sich dem übrigen Meer an Informationen, das in ihm ruht. Das Wissen um die Wahrheit zeigt sich aber nicht in ihrer Verkündung, sondern in einer entsprechenden Lebensweise.»

«Und welche Lebensweise ist charakteristisch für diejenigen, die die Wahrheit am meisten erkannt haben?»

«Sie sind glücklich.»

Warum hat Anastasia Wladimir Megre ausgewählt?

Leseprobe aus Kapitel 24 (S. 157-160):

Anastasias Großvater: «Anastasias unlogisches Wesen hat nichts mit Dummheit zu tun, Wladimir. Ihr scheinbar unlogisches Wesen bringt aus den Tiefen des Kosmos längst vergessene Gesetze wieder zum Vorschein, und bisweilen erschafft es sogar neue.

Angesichts von Anastasias unlogischem Wesen geraten manchmal die lichten wie auch die dunklen Kräfte ins Stocken, doch dann leuchten die uns allen bekannten einfachen Wahrheiten des Daseins umso heller auf. Auch wir können unsere Anastasia nicht immer verstehen, obwohl sie unsere Enkelin ist und vor unseren Augen aufwuchs. Und weil wir sie nicht immer verstehen, können wir ihr auch nicht besonders helfen. Deshalb ist sie mit ihren Bemühungen oft allein, ganz allein. Nun ist sie dir begegnet und hat sich dir und anderen durch das Buch völlig geöffnet. Wir wollten das verhindern. Wir wollten auch ihre Liebe verhindern, denn ihre Wahl erschien uns unverständlich und absurd.»

«Auch mir ist ihre Wahl bis heute ein Rätsel, und immer wieder werde ich von Lesern gefragt: ‹Wer sind Sie? Warum hat Anastasia Sie erwählt?› Das kann ich aber nicht beantworten. Nach jeglicher Logik sollte sie mit einem hoch gelehrten oder geistig orientierten Partner zusammen sein. Der könnte sie verstehen und auch richtig lieben, und zusammen könnten sie der Welt viel mehr helfen. Ich hingegen muss mein Leben ändern und mich mit vielen Fragen auseinandersetzen, die für andere, gebildetere Menschen schon längst geklärt sind.»

«Bedauerst du denn, dass sich dein Leben verändert hat?»

«Ich weiß nicht. Ich versuche, mir über alles klar zu werden. Auch die Frage, warum sie mich erwählt hat, kann ich den Lesern nicht beantworten. Ich suche eine Antwort, finde aber keine.»

«Und wie suchst du nach der Antwort?»

«Ich versuche, mir über mich selbst Klarheit zu verschaffen – wer ich eigentlich bin.»

«Vielleicht bist du ja was Besonderes, nicht wahr?»

«Ich könnte mir vorstellen, dass es irgendeine besondere Bewandtnis mit mir hat. Man sagt doch auch: Gleich und gleich gesellt sich gern.»

«Wladimir, hat Anastasia mit dir schon mal über Stolz und Eigendünkel gesprochen? Und darüber, welche Folgen diese sündhaften Eigenschaften haben?»

«Ja, sie hat das als eine Todsünde bezeichnet, die den Menschen von der Wahrheit wegführt.»

«Sie hat dich nicht auserwählt, Wladimir, sondern aufgelesen – wie etwas Nutzloses, Altes. Wir haben das auch nicht gleich begriffen. – Bist du jetzt beleidigt?»

«Da bin ich nicht ganz einverstanden. Ich hatte eine Familie – eine Frau und eine Tochter –, und auch meine Geschäfte liefen ganz ordentlich. Zugegeben, ich bin vielleicht nicht gerade ein Musterknabe, aber ganz sicher gehöre ich auch nicht zum Abschaum. Ich bin kein Penner, mit dem niemand etwas zu tun haben will.»

«In letzter Zeit gab es keine Liebesbeziehung zwischen dir und deiner Frau. Ihr seid beide eure eigenen Wege gegangen. Nur die Gewohnheit verband euch noch – ihr seid eben verheiratet –, aber die Gefühle sind mit der Zeit immer mehr erloschen. Deine Tochter konnte auch nicht viel mit dir anfangen. Deine Geschäfte interessierten sie nicht. Nur dir haben sie etwas bedeutet, denn sie brachten dir ein gutes Einkommen – jedenfalls zeitweise. Bisweilen hast du aber auch nichts verdient, Verluste gemacht oder standst kurz vor der Pleite. Außerdem warst du krank. Um ein Haar hättest du dir den Magen ruiniert. Bei deiner ausschweifenden Lebensweise hättest du der Krankheit gar nicht entkommen können. Du warst schon hoffnungslos am Ende.»

«Was geht denn Sie das an? Was bedeute ich Anastasia? Braucht sie mich für ein Experiment? Was hat sie mit mir vor?»

«Sie hat dich einfach lieb gewonnen, Wladimir, ohne irgendwelche Hintergedanken. Sie ist in jeder Beziehung aufrichtig. Und es macht ihr Freude, dass sie aus eurer Welt keinen Mann genommen hat, der eine andere Frau hätte glücklich machen können. Sie beansprucht für sich keine Sonderrechte und ist zufrieden damit, eine gewöhnliche Frau zu sein.»

«Soll das heißen, das Ganze ist nur irgendeine Schrulle von ihr? Will sie, dass es ihr wie allen Frauen ergeht: dass ihr Mann raucht, fremdgeht und so weiter? Welch Edelmut, welche Selbstaufopferung aus einer Laune heraus!»

«Ihre Liebe ist echt. Das hat nichts mit einer Laune oder sonst irgendwelchen Hintergedanken zu tun. Ihre Liebe, die sowohl den dunklen wie auch den lichten Kräften, sowohl uns als auch anderen zuerst unlogisch erschien, hat das wahre Wesen der Liebe erst klar erkenntlich gemacht, und zwar nicht durch Worte, Belehrungen oder Moralpredigten, sondern durch reales Handeln in eurem und in deinem Leben. Die Kräfte des Lichts und des Schöpfers sprechen durch ihre Liebe. Sie sprechen nicht nur, sie zeigen in der Realität, was sie so deutlich noch nie zuvor gezeigt haben: Seht nur die Kraft der Frauen, die Kraft der reinen Liebe! Im Augenblick des Todes vermag sie ein neues Leben zu schenken, vermag einen geliebten Menschen zu erhöhen, ihn den unerbittlichen Klauen der Dunkelheit zu entreißen und in die lichte Unendlichkeit fort zu tragen, ihn in eine Atmosphäre der Liebe zu tauchen und ihm ein zweites, ein ewiges Leben zu schenken.

Ihre Liebe, Wladimir, wird dir die Liebe deiner Frau und die Liebe deiner Tochter zurückgeben. Tausende von Frauen werden dich mit von Liebe entflammten Augen ansehen. Du wirst völlig frei sein in deiner Wahl. Und wenn es dir gelingt, aus der ganzen Vielfalt der Erscheinungsformen der Liebe jene eine zu erkennen, wird sie glücklich sein. Auf jeden Fall aber wirst du berühmt und reich werden, sodass du keinen Ruin mehr zu befürchten hast. Dein Buch wird sich in aller Welt verbreiten und dir Gewinn bringen, und zwar nicht nur in materieller Hinsicht. Es wird dir und anderen viel Kraft verleihen, eine Kraft, die der physischen, materiellen Kraft weit überlegen ist.»

Die Überlegenheit der ursprünglichen Menschen

Leseprobe aus Kapitel 31 (S. 213-216):

Anastasia schwieg eine Weile, als blicke sie in die Unendlichkeit, und begann darauf eine sonderbare Erzählung:

«Sieh mal, Wladimir, vor langer Zeit verfügten die Menschen auf Erden über geistige Fähigkeiten, durch die sie den heutigen Menschen bei weitem überlegen waren. Die ursprünglichen Menschen waren ohne weiteres in der Lage, sich das gesamte im Kosmos gespeicherte Wissen zunutze zu machen, das vom Großen Geist, von Gott, zur Verfügung gestellt worden ist. Dieses Wissen wird von Ihm selbst und von den Menschen mit ihren Gedanken ständig erweitert, und es ist so großartig, dass man auf jede beliebige Frage eine Antwort bekommen kann. Es ist nicht aufdringlich. Die Antwort manifestierte sich augenblicklich im Unterbewusstsein des Menschen, der die Frage gestellt hatte.»

«Und welchen Nutzen hatten die Menschen davon?»

«Jene Menschen brauchten keine Raumschiffe, um zu anderen Planeten zu fliegen, denn wenn sie wollten, konnten sie auch von der Erde aus sehen, was dort geschah. Sie brauchten kein Fernsehen, kein Telefonsystem, dessen Kabelnetzwerk die ganze Erde umspannt, und auch keine Schrift, denn die Informationen, die ihr aus Büchern bezieht, konnten sie auf der Stelle auf andere Art bekommen. Sie hatten auch keine Pharmaindustrie nötig. Wenn erforderlich, konnten sie mit einer Handbewegung die besten Arzneien herstellen, denn die sind in der Natur bereits vorhanden.

Jene Menschen brauchten auch keine Verkehrsmittel, wie ihr sie heute habt. Sie brauchten keine Maschinen und Fabriken, die Nahrungsmittel produzierten, denn alles war auch so da. Sie erkannten, dass ein Klimawechsel an einem bestimmten Teil der Erde ein Signal war, in einen anderen Teil überzusiedeln, sodass das alte Land sich erholen konnte. Sie verstanden den Kosmos und ihren Planeten. Sie waren Denker und kannten ihre Bestimmung. Sie vervollkommneten den Planeten Erde. Im ganzen All gab es nicht ihresgleichen. Nur der Große Kosmische Geist, Gott selbst, war ihrem Intellekt überlegen.

Vor ungefähr zehntausend Jahren tauchten unter der Bevölkerung der damaligen Zivilisation, die das jetzige Europa, Asien, Nord­afrika und den Kaukasus besiedelte, Menschen auf, deren Verbindung mit dem Kosmischen Geist teilweise oder ganz verloren gegangen war. Seit dieser Zeit bewegt sich die Menschheit auf eine Katastrophe globalen Ausmaßes zu, wie auch immer sie sich ereignen mag – auf ökologischem, bakteriologischem oder atomarem Wege. Eine solche Megakatastrophe wird von euren Wissenschaftlern vorhergesagt und wird auch sinnbildlich in den Schriften der alten Religionen prophezeit.»

«Eine Sekunde mal, Anastasia. Ich verstehe nicht ganz, was das Erscheinen jener ‹Invaliden› mit der globalen Katastrophe zu tun hat.»

«Du hast das treffende Wort gewählt – diese Menschen waren in der Tat ‹Invalide›, keine voll funktionsfähigen Menschen. Und was braucht zum Beispiel ein Mensch, der nicht sehen kann?»

«Jemand, der ihn führt.»

«Und einer, der nicht hören kann?»

«Ein Hörgerät.»

«Und jemand, der keine Arme oder Beine hat?»

«Prothesen.»

«Jenen Invaliden fehlte aber etwas wesentlich Wichtigeres. Sie hatten keine Verbindung mehr zum Kosmischen Geist. Das hatte auch den Verlust allen Wissens zur Folge, mit dessen Hilfe sie die Erde hätten vervollkommnen und verwalten können. Stell dir die Besatzung eines supermodernen Raumschiffes vor, deren Mitglieder plötzlich neunzig Prozent ihres Verstandes einbüßen. Sie wissen nicht mehr, was sie tun, und machen sich daran, die Verschalung des Raumschiffes abzumontieren und in der Kabine ein Feuer zu entzünden. Sie reißen Teile aus dem Schaltpult und fertigen sich daraus Schmuck und Spielzeug. Mit einer solchen wahnsinnigen Besatzung kann man die behinderten Menschen der Vorantike vergleichen. Und genau sie, diese ‹minderwertigen Invaliden›, wie du sie nennst, haben die Steinaxt und den Speer erfunden. Später dann, als ihr Denken weiter entwickelt war, bauten sie nukleare Sprengköpfe. Und bis heute ist ihr Verstand mit unglaublicher Hartnäckigkeit darauf ausgerichtet, die vollkommene Schöpfung zu zerstören und sie mit ihren primitiven Schöpfungen zu ersetzen.

Im Laufe der Generationen wollte der Erfindergeist dieser Menschen immer höher hinaus, doch dabei zerstörten sie die natürlichen, gottgegebenen Funktionssysteme der Erde. Auch schufen sie verschiedene künstliche Gesellschaftsformen. Dann begannen sie miteinander zu kämpfen.

Die menschengemachten Maschinen und Geräte konnten nicht für sich selbst existieren, wie dies in der Natur der Fall ist. Nicht nur waren sie unfähig, sich zu reproduzieren, nein, sie konnten sich auch nicht von allein wiederherstellen, wie es zum Beispiel ein Baum tut, von dem ein Ast abgebrochen ist. Es wurde eine Unzahl von Technikern benötigt, die die Maschinen bedienen und warten mussten, und so wurde ein Teil der Menschen notwendigerweise in Bioroboter umfunktioniert.

Es ist sehr einfach, solche Bioroboter zu regieren, denn sie sind ihrer individuellen Fähigkeit beraubt, die Wahrheit zu erkennen. Man kann ihnen zum Beispiel mit Hilfe der künstlichen Informationsmittel das Programm eingeben: ‹Wir brauchen den Kommunismus.› Dazu entwirft man für sie Symbole, Zeichen und Flaggen einer bestimmten Farbe. Mit den gleichen Medien suggeriert man dann einer anderen Menschengruppe: ‹Der Kommunismus ist schlecht.› Wieder bedient man sich dabei verschiedener, diesmal andersartiger Symbole und Farben. Diese beiden unterschiedlich programmierten Gruppen werden sich dann bis aufs Blut hassen. Und jene Entwicklung nahm damals ihren Lauf, vor zehntausend Jahren, als die Menschen, die ihren Draht zum Kosmischen Geist verloren hatten, immer mehr wurden. Man kann sie tatsächlich als Wahnsinnige bezeichnen, denn kein Lebewesen besudelt die Erde so wie sie.

In jener fernen Zeit blieben schließlich nur noch wenige übrig, die freien Zugang zur kosmischen Weisheit hatten. Sie hofften, dass die Menschen wieder zur Besinnung kämen, wenn sie eines Tages die verunreinigte Luft kaum noch atmen können, wenn es gefährlich ist, das verschmutzte Wasser zu trinken, und die von ihnen selbst erschaffenen künstlichen Systeme der Lebenserhaltung – die technischen wie die sozialen – sich als unpraktisch und zweckwidrig erweisen und es immer mehr Pannen und Störungen gibt.

Erst am Rande des Abgrunds werden die Menschen endlich beginnen, über das Wesen des Daseins, den Sinn des Lebens und ihre Bestimmung nachzudenken. Dann werden viele von ihnen die ursprüngliche Wahrheit erkennen wollen; dazu aber ist es unabdinglich, dass sie ihre ursprünglichen Fähigkeiten wiedererlangen.»